Gebundene und ungebundene Bauweise

Beim Terrasse pflastern muss man einiges beachten. Frostsicher sollte sie sein, ein Gefälle haben, und dann ist da noch die Entscheidung, ob man die Terrasse in gebundener oder ungebundener Bauweise pflastern sollte: gartentyp klärt Sie auf!

Inhaltsverzeichnis

Terrasse pflastern – das richtige Material finden

Womit möchten Sie Ihre Terrasse verschönern? Mit Natursteinen, Klinker oder vielleicht mit Betonpflaster? Die Auswahl an Terrassenbeläge zum Pflastern ist groß. Am häufigsten findet man auf deutschen Terrassen Granit, neben den typischen Holzböden aus Massivholzdielen oder einzelnen Platten.

Granit

Granit ist besonders langlebig und robust. Zudem sieht der Naturstein auch noch sensationell gut aus. Bei den vielen verschiedenen Farbschattierungen von Anthrazit über Grau bis hin zu gelblich und rot schimmerndem Granitstein findet ein jeder genau den Farbton, der zum Rest der Terrasse passt. Weitere beliebte Natursteine sind Quarzit, Porphyr und Grauwacke.

Klinker

Klinker findet man nicht nur als Hauswandverkleidung, sondern auch auf dem Boden von Terrassen. Sind Natursteine schon etwas kostenintensiver, müssen Sie hier noch einmal etwas tiefer in die Tasche greifen. Dafür bieten die gebrannten Steine aber auch fast unendliche Möglichkeiten der optischen Gestaltung. Rote, gelbe, graue und braune Klinker in unzähligen Abstufungen machen die Auswahl riesig. Auch verschiedene Oberflächenbehandlungen bringen noch einmal einen extra Touch an individuellem Design. Der Vorteil von Klinker ist, dass eine besonders glatte Oberfläche entsteht.

Betonpflaster

Betonpflaster ist die günstigste Möglichkeit, die Terrasse zu pflastern. Die Formate der Steine aus Beton sind genormt, aber die Farb- und Formenauswahl ist unglaublich groß. Ob aneinandergereiht oder als Verbundpflaster ineinandergesteckt, gerade oder gewölbt, glatte oder raue Oberflächen – Betonpflaster lässt kaum Wünsche offen. Leider hat diese günstige Vielfalt auch Nachteile Betonpflaster ist sehr empfindlich. Kratzer und Farbverunreinigungen, sind fast nicht zu entfernen. Zudem kann Betonpflaster schnell Moos ansetzen und porös werden.

Gebunden oder ungebundene Bauweise – wie lässt sich eine Terrasse pflastern?

Es gibt zwei grundsätzliche Möglichkeiten, eine Terrasse zu pflastern: die gebundene und die ungebundene Bauweise.

Gebundene Bauweise

Bei der gebundenen Bauweise kommt zunächst eine verdichtete Tragschicht aus Schotter zum Einsatz, auf die wiederum eine Ausgleichsschicht aus Splitt folgt. Die letzte Schicht wird mit einem zementartigen Bettungsmaterial vermischt, es entsteht der sogenannte Bettungsmörtel. In diesen nun vorbereiteten Bettungsmörtel wird, der vorher mit einer Haftbrücke vorbehandelte Stein „frisch in frisch“ eingesetzt. Der Haftverbund wirkt wie eine Art Fliesenkleber und sorgt für die nötige Langlebigkeit der gesamten Konstruktion.  Die gebundene Bauweise ist schon seit vielen Jahren im Garten- und Landschaftsbau (GaLaBau) vorzugsweise eingesetzt, auch in Mischbauweise. 

Auch Tim von gartentyp hat sich beim Verbauen von Natursteinen der gebundenen Bauweise bedient (wir berichteten auf unserem Instagramkanal).

Ungebundene Bauweise

Bei der ungebundenen Bauweise wird eine Tragschicht aus Schotter und eine Ausgleichsschicht aus Split vorbereitet. Die Pflastersteine oder Platten werden auf diesem Splittbett lose beziehungsweise schwimmend verlegt, danach wird eingerüttelt. Die Fugen der Pflasterfläche werden mit Sand oder Edelsplitt geschlossen. Die ungebundene Bauweise findet vor allem im öffentlichen Straßen- und Wegebau ihre Anwendung. Sicher haben Sie schon solch eine Straße oder einen Gehweg gesehen. Die Fugen sind oft ausgewaschen oder durch moderne Kehrmaschinen geleert, Steine lockern sich, Spurrillen entstehen.

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ZTV-Wegebau – die gebundene Pflasterbauweise etabliert sich

Auch, wenn die ungebundene Bauweise historisch gewachsen ist, ist sie – insbesondere bei gering belasteten Flächen wie Terrassen – nicht mehr zeitgemäß. Im Garten- und Landschaftsbau wird schon jahrzehntelang auf die gebundene Bauweise gesetzt. Allerdings war diese bis zum Jahr 2013 laut ATV DIN 18318 „Verkehrswegebauarbeiten – Pflasterdecken und Plattenbeläge in ungebundener Ausführung, Einfassungen“ schlicht nicht zugelassen. Das führte dazu, dass die meisten Garagenauffahrten und andere gepflasterte Bereiche, wie eben auch eine schwach belastete Terrasse nicht den gesetzlichen Normen und Regelungen entsprachen und im Ernstfall als „nicht fachgerecht“ deklariert wurden.

Das hat sich mit der ZTV-Wegebau (ZTV steht für „Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen für den Bau von Wegen und Plätzen außerhalb von Flächen des Straßenverkehrs“) geändert. Die Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschafsbau e.V. hat sich mit den etablierten Bauweisen im GaLaBau für Wege, Terrassen und Einfahrten beschäftigt und erstmals Pflasterdecken und Wege in gebundener Bauweise beschrieben. Für öffentlich begehbare und befahrbare Plätze und Wege gilt zumeist weiterhin die ZTV Pflaster, aber im privaten Bereich kommt die neue ZTV Wegebau zum Einsatz. 

Insgesamt können wir resümieren: Wenn Sie Ihre Terrasse pflastern und dabei auf die gebundene Bauweise setzen, sind Sie also heute auch rechtlich auf der sicheren Seite!

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Häufig gestellte Fragen.

Was bedeutet gebundene und ungebundene Bauweise im Garten- und Wegebau?

Die gebundene Bauweise beschreibt eine Bauweise, bei der Materialien wie Beton, Zement oder andere Bindemittel verwendet werden, um eine feste, stabile Fläche zu schaffen. Solche befestigten Flächen halten Belastungen dauerhaft stand und eignen sich besonders für Einfahrten, Wege oder Terrassen, die hohen Belastungen ausgesetzt sind. Im Gegensatz dazu verzichtet die ungebundene Bauweise auf Bindemittel und nutzt einzelne, nicht zusammengehaltene Schichten wie Splitt, Kies oder Edelsplitt, die durch Brandung und Lage verbunden sind. Beide Bauweisen haben ihre Berechtigung: Die gebundene Bauweise bringt maximale Stabilität, während die ungebundene „offenere“, wasserdurchlässigere und oft kostengünstigere Varianten ermöglicht.

Wann sollte welche Bauweise gewählt werden?

Die Auswahl zwischen gebundener und ungebundener Bauweise hängt von Nutzung, Untergrund und gewünschter Dauerhaftigkeit ab. Für stark beanspruchte Flächen, die regelmäßig von Fahrzeugen befahren werden oder großen Lasten ausgesetzt sind, ist eine gebundene Bauweise oft sinnvoll, weil sie hohe Stabilität und Langlebigkeit bietet. Ungebundene Bauweisen eignen sich besonders für Gartenwege, Terrassen oder Flächen, bei denen Wasserdurchlässigkeit gewünscht ist und keine schweren Belastungen auftreten. Auch der Pflegeaufwand und langfristige Wartung spielen eine Rolle: Gebundene Flächen sind meist pflegeleichter, ungebundene Systeme bieten hingegen eine natürlichere Erscheinung und erleichtern Regen- und Sickerwasserabfluss. Die Entscheidung sollte daher nach praktischen Anforderungen und ästhetischen Vorstellungen getroffen werden.

Ist eine gebundene Bauweise teurer als eine ungebundene?

In der Regel sind gebundene Bauweisen aufgrund von Bindemitteln, Materialkosten und Aufbau etwas teurer, bieten aber dafür dauerhafte Stabilität und geringere Wartung.

Wie pflege ich ungebundene Flächen richtig?

Ungebundene Flächen benötigen regelmäßiges Nachfüllen von Material, Kontrolle auf Unebenheiten und gelegentliches Glätten, damit sie stabil und eben bleiben.

Kann man beide Bauweisen auf einer Fläche kombinieren?

Ja, eine Kombination ist möglich, zum Beispiel gebundene Flächen für Zufahrten und Stellplätze, ungebundene Bereiche für Wege oder lockere Gartenflächen, um Funktionalität und Optik zu verbinden.

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