Johannisbeere – pflanzen, pflegen, zuschneiden
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Johannisbeere - Pflanzen, pflegen, zuschneiden
Johannisbeersträucher im Garten sind nicht nur hübsch anzuschauen. Ziemlich zuverlässig bringen sie auch kleine Obstmuffel dazu, die vitaminreichen Rispen vom Strauch zu futtern. Und großen Gartenliebhabern macht die Johannisbeere kaum Arbeit. Lesen Sie hier, welche Sorte sich für Ihren Garten eignet, wie Sie die Sträucher pflegen und wann Sie sie zuschneiden sollten.
Johannisbeersträucher sind bei Hobbygärtnern beliebt. Aus gutem Grund: sie brauchen wenig Pflege und sind so „kompakt“, dass sie sich auch für kleine Gärten eignen. Darüber hinaus züchtet man sich mit den säuerlichen Beeren einen gesunden Snack für zwischendurch (kaum fett und wenig Kalorien, viele Vitamine) und eine hervorragende Zutat zum Backen oder Marmelade machen.
Johannisbeere: Die unterschiedlichen Varianten
Der Klassiker ist die rote Sorte, auch Ribes Rubrum genannt. Sie schmeckt aromatisch-säuerlich und ist ziemlich robust. Rost und Meltau können ihr beispielsweise nichts anhaben. Zu den Vertretern der roten Johannisbeere gehören Sorten wie „Jonkheer van Tets, „Rovada“ oder „Junifer“.
Als Farbvariante der roten Früchte gibt es die weiße Johannisbeere, sie sind genau genommen also keine eigene Sorte. Geschmacklich ist sie allerdings sehr wohl „selbständig“, soll heißen, etwas milder und säureärmer als die roten Johannisbeeren. Zu den weißen Varianten gehören „Blanca“, „Weiße Versailler“ und die neuere Züchtung „Primus“ mit längeren Trauben, die kaum zum Verrieseln neigt.
Schwarze Johannisbeeren (Ribes Nigrum) sind in puncto Inhaltsstoffe die Superstars unter den Ribes-Gewächsen. Die Früchte enthalten mehr Vitamin C und Ballaststoffe als ihre roten und weißen Kollegen und schmecken weniger sauer, dafür etwas herb und bitter. Die schwarze Johannisbeere wird klassischerweise zu Saft, Gelee oder Marmelade verarbeitet. Sie ist in verschiedenen Sorten (z. B. „Bona“, „Leandra“, „Ometa“) zu haben und sollte, wie die rote Sorte, am besten gemischt angepflanzt werden. Schwarze Johannisbeersträucher vertragen etwas mehr Schatten.
Straucharten für verschiedene Gartengrößen
Bei der Johannisbeere haben Hobbygärtner die Wahl zwischen zwei Varianten: dem traditionellen Strauch und dem sogenannten Hochstamm oder Hochstämmchen. Das sind veredelte Sträucher, die einen schlanken Stamm und eine kompaktere Krone haben. Sie lassen sich aufgrund ihres Wuchses dichter setzten und sind deshalb geeignet für kleinere Gräten mit begrenztem Platz. Allerdings müssen sie (oft) zusätzlich gedüngt werden, tragen weniger Früchte als klassische Sträucher und halten sich nicht so lange. Wer Wert auf eine reiche Ernte legt und genügend Fläche zur Verfügung hat, fährt mit der Strauchvariante besser.
Richtig pflanzen und pflegen
Theoretisch können Johannisbeersträucher, die man im Topf kauft, zu (fast) jeder Jahreszeit gepflanzt werden. Am schnellsten leben sie sich aber im Garten ein, wenn sie vor dem Austreiben im Frühling oder nach dem Laubfall im Herbst setzt – und zwar an einem sonnigen Plätzchen. Über dem Topfballen sollten ungefähr fünf Zentimeter Erde liegen. Das Einwurzeln dauert dann zirka drei bis vier Wochen. Die Erde sollte besonders am Anfang immer gut gewässert und gleichmäßig feucht sein, der Boden humusreich. Tipp: eine Schicht Rindenmulch hält den Boden im Frühling, Sommer und Herbst feucht, im Winter schützt er die Wurzeln vor Frost.
Damit die Sträucher genug Platz zum Wachsen haben, sollte man sie in entsprechend großem Abstand zueinander setzen. So bekommen Sie auch mehr Licht und man tut sich leichter bei Ernte, Pflege und Beschnitt. Pflanzen sie am besten verschiedene Sorten auf kleinem Raum. So können Sie das sogenannte Verrieseln minimieren. So wird das Phänomen bezeichnet, wenn Beerensträucher oder Obstbäumchen einen Teil ihrer Blüten abwerfen. Das kann durch Trockenheit oder Spätfrost passieren oder dadurch, dass die Blüten nicht bestäubt wurden. Auch wenn die Johannisbeere grundsätzlich selbstfruchtbar ist: durch das Mischen der Sorten stellt man sicher, dass möglichst viele Blüten bestäubt werden.
Der richtige Zuschnitt für Johannisbeeren
Hier gibt es je nach Sorte Unterschiede, die beachtet werden sollten. Bei roten und weißen Johannisbeersträuchern empfiehlt es sich, jedes Jahr die zwei bis drei ältesten bodennahen Haupttriebe abzuschneiden – und zwar vollständig. Das gelingt am besten mit einer kräftigen Astschere oder einer Baumsäge. Das Auslichten macht Platz für junge Triebe, von denen sie zwei oder drei kräftige stehen lassen. Die anderen werden entfernt, sodass der Strauch nur maximal zwölf Haupttriebe hat, die höchstens vier Jahre alt sind.
Nach dieser „Grundmaniküre“ werden die Seitentriebe der jüngeren Äste gestutzt: Zunächst entfernt man alle Verzweigungen bis auf 30 bis 40 Zentimeter Höhe sowie aufstrebende Konkurrenztriebe der Leitäste, um den Strauch nicht unnötig dicht zu halten, wodurch die einzelnen Triebe weniger Licht abbekämen. Im Frühjahr oder gleich nach der Ernte schneidet man die Seitentriebe, die Beeren getragen haben auf rund einen Zentimeter zurück, damit sich neue Fruchttriebe bilden können.
Anders bei der schwarzen Johannisbeere. Sie trägt die meisten beziehungsweise besten Früchte an den langen, einjährigen Seitentrieben. Deshalb beschneidet man sie rundherum, das heißt, an Basis und Hauptästen werden alle schwachen Triebe entfernt und im Frühjahr die Hauptäste zudem über dem zweiten oder dritten langen Seitentrieb gekappt. Gleich wie bei der roten Johannisbeere ist, dass die ältesten Haupttriebe komplett abgeschnitten werden.
So getrimmt sehen die Johannisbeersträucher nicht nur hübsch aus, ein regelmäßiger Beschnitt erhöht auch und vor allem die Chance auf viele Jahre guter Ernte. Und die Schneidarbeit zahlt sich spätestens dann aus, wenn Sie sich zum Frühstück eine dicke Schicht selbstgemachter Konfitüre aufs Brötchen streichen oder zum Kaffee ein großes Stück Johannisbeerkuchen genießen.
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Häufig gestellte Fragen.
Welche Johannisbeer‑Sorten gibt es und worin unterscheiden sie sich?
Johannisbeeren gibt es in roten, weißen und schwarzen Varianten. Rote Johannisbeeren (z. B. Jonkheer van Tets oder Rovada) sind aromatisch‑säuerlich und robust. Weiße Johannisbeeren sind im Grunde farblich andere Varianten der roten, schmecken aber milder. Schwarze Johannisbeeren enthalten besonders viel Vitamin C und Ballaststoffe und sind oft etwas herber im Geschmack; sie eignen sich gut für Saft oder Gelee. Hobbygärtner kombinieren häufig Sorten, um die Bestäubung und Ernteerträge zu verbessern.
Wie pflanzt und pflegt man Johannisbeeren richtig?
Johannisbeersträucher wachsen am besten an sonnigen Plätzen mit humusreichem, durchlässigem Boden. Ideale Pflanzzeiten sind Frühjahr vor dem Austrieb oder Herbst nach dem Laubfall, damit die Wurzeln gut einwurzeln. Die Sträucher sollten in ausreichendem Abstand zueinander stehen, damit sie Licht und Luft bekommen. Nach dem Pflanzen hält man die Erde gleichmäßig feucht und kann im Mulchbereich mit Kompost arbeiten, um Feuchtigkeit zu speichern und Unkraut zu reduzieren.
Wann und wie schneidet man Johannisbeersträucher?
Für rote und weiße Johannisbeeren schneidet man jährlich die ältesten bodennahen Haupttriebe ab und kürzt die fruchttragenden Seitentriebe nach der Ernte, damit neue Triebe entstehen. Schwarze Johannisbeeren werden ähnlich verjüngt, wobei man schwache Triebe entfernt und die Hauptäste über kräftigen Seitentrieben kappt.
Warum ist es sinnvoll, verschiedene Johannisbeer‑Sorten zu mischen?
Das Mischen unterschiedlicher Sorten verbessert die Bestäubung, verringert das „Verrieseln“ (Blütenabwurf) und führt meist zu reicheren Ernten.
Welche Rolle spielt der Standort bei Johannisbeeren?
Ein sonniger bis halbschattiger, gut durchlässiger Standort sorgt für kräftiges Wachstum und viele Früchte, während zu dichter Stand oder Schatten den Ertrag mindern kann.